Motilin-Inhibitoren bilden eine vielfältige Klasse chemischer Verbindungen, die auf die biologische Aktivität von Motilin abzielen und diese regulieren. Motilin ist ein gastrointestinales Hormon, das in erster Linie für die Regulierung der Kontraktion der glatten Muskeln im oberen Magen-Darm-Trakt verantwortlich ist. Motilin, ein aus 22 Aminosäuren bestehendes Peptidhormon, wird hauptsächlich von den enterochromaffinen Zellen in der duodenalen und jejunalen Schleimhaut des Dünndarms synthetisiert und freigesetzt. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Steuerung des Migrationsmotorischen Komplexes (MMC), einem zyklischen Kontraktionsmuster, das den Magen-Darm-Trakt während des Fastens und zwischen den Mahlzeiten durchläuft. Diese Kontraktionen dienen der Beseitigung von Nahrungsresten und Sekreten, der Aufrechterhaltung der Darmgesundheit und der Verhinderung einer bakteriellen Überbesiedlung. Eine übermäßige Motilin-Freisetzung oder eine gestörte Motilin-Signalübertragung kann jedoch zu Magen-Darm-Erkrankungen führen, die durch abnorme Motilitätsmuster gekennzeichnet sind, wie z. B. Gastroparese und Reizdarmsyndrom.
Motilin-Inhibitoren wirken über verschiedene Mechanismen, um die Wirkung von Motilin im Magen-Darm-Trakt zu modulieren oder zu blockieren. In der Regel interagieren sie mit Motilin-Rezeptoren, die sich auf den glatten Muskelzellen des Magen-Darm-Trakts befinden. Diese Rezeptoren finden sich vor allem im Magen, im Zwölffingerdarm und im oberen Dünndarm. Durch Bindung an diese Rezeptoren können Motilin-Hemmer die Fähigkeit des Hormons, die Kontraktionen der glatten Muskulatur zu stimulieren, beeinträchtigen. Einige Inhibitoren, wie die Makrolid-Antibiotika Erythromycin und Azithromycin, ähneln strukturell dem Motilin und können an seine Rezeptoren binden, wodurch die normale hormonelle Signalkaskade unterbrochen wird. Andere, wie Metoclopramid und Domperidon, wirken als Dopaminrezeptor-Antagonisten und hemmen indirekt die Motilin-Sekretion, indem sie die hemmenden Signale an den Motilin-produzierenden Zellen reduzieren. Darüber hinaus wirken Wirkstoffe wie Cisaprid, Prucaloprid und Tegaserod auf Serotonin (5-HT)-Rezeptoren im Darm und beeinflussen indirekt die Motilin-Freisetzung, indem sie 5-HT-Rezeptor-vermittelte Signalwege modulieren. Insgesamt spielen Motilin-Inhibitoren eine entscheidende Rolle bei der Regulierung der gastrointestinalen Motilität und können bei der Behandlung von gastrointestinalen Motilitätsstörungen eingesetzt werden, auch wenn ihre Anwendung nicht in den Rahmen dieser Beschreibung fällt.
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| Produkt | CAS # | Katalog # | Menge | Preis | Referenzen | Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|---|
Azithromycin | 83905-01-5 | sc-254949 sc-254949A sc-254949B sc-254949C sc-254949D | 25 mg 50 mg 500 mg 1 g 5 g | ¥587.00 ¥1162.00 ¥2933.00 ¥4107.00 ¥8213.00 | 17 | |
Azithromycin, ebenfalls ein Makrolid-Antibiotikum, hemmt Motilin-Rezeptoren, wodurch die gastrointestinale Motilität verringert und die Magenretention gefördert wird. | ||||||
Metoclopramide | 364-62-5 | sc-358363 | 100 g | ¥5246.00 | 1 | |
Metoclopramid wirkt als Dopaminrezeptor-Antagonist, der indirekt die Motilin-Freisetzung hemmt, indem er die hemmenden Signale an den Motilin-produzierenden Zellen reduziert. | ||||||
Domperidone | 57808-66-9 | sc-203032 sc-203032A | 50 mg 250 mg | ¥688.00 ¥3238.00 | 2 | |
Domperidon ist ein Dopaminrezeptor-Antagonist, der die hemmende Wirkung auf die Motilinsekretion blockiert und dadurch die Magen- und Darmmotilität fördert. | ||||||
Cisapride | 81098-60-4 | sc-203894 sc-203894A | 10 mg 50 mg | ¥1343.00 ¥5415.00 | 1 | |
Cisaprid erhöht die gastrointestinale Motilität, indem es als 5-HT4-Rezeptor-Agonist wirkt, der indirekt die Motilin-Freisetzung moduliert. | ||||||
Atropine | 51-55-8 | sc-252392 | 5 g | ¥2302.00 | 2 | |
Atropin ist ein weiteres Anticholinergikum, das Muskarinrezeptoren blockiert, was zu einer verminderten gastrointestinalen Motilität und Motilin-Reaktionen führt. | ||||||
L-Hyoscyamine | 101-31-5 | sc-295290 sc-295290A | 1 g 5 g | ¥2505.00 ¥4603.00 | ||
Hyoscyamin ist ein Antimuskarinikum, das Muskarinrezeptoren hemmt und so die durch Motilin ausgelösten Kontraktionen im Darm reduziert. | ||||||