Der Anti-Müller-Hormonrezeptor Typ II (AMHR2) spielt eine entscheidende Rolle in der Fortpflanzungsbiologie, insbesondere bei der Regulierung der Regression der Müllerschen Gänge während der männlichen Embryonalentwicklung und bei der Funktion der Eierstöcke bei der Frau. Die Hemmung von AMHR2 kann bei verschiedenen physiologischen und pathologischen Zuständen, einschließlich Fortpflanzungsstörungen und bestimmten Krebsarten, erhebliche Auswirkungen haben. Die hier aufgeführten chemischen Hemmstoffe greifen nicht direkt in AMHR2 ein, sondern beeinflussen seine Aktivität indirekt durch Modulation der Hormonwege und der Rezeptorsignalisierung. Androgenrezeptorantagonisten wie Flutamid, Bicalutamid, Enzalutamid, Nilutamid und Cyproteronacetat spielen in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle. Diese Verbindungen binden an Androgenrezeptoren und verhindern so die Wirkung von Androgenen, die für die Regulierung von AMHR2 in den Fortpflanzungsgeweben entscheidend sind. Indem sie die Androgenrezeptoren blockieren, können diese Medikamente indirekt die Signalwege modulieren, an denen AMHR2 beteiligt ist, und so seine physiologischen Funktionen beeinflussen.
Ein weiterer Ansatz zur indirekten Hemmung von AMHR2 ist die Modulation der Steroidsynthese. Ketoconazol und Abirateron sind ein Beispiel dafür, wobei Ketoconazol die Steroidsynthese insgesamt hemmt und Abirateron spezifisch auf CYP17 abzielt, ein für die Androgensynthese wesentliches Enzym. Durch die Veränderung des hormonellen Umfelds können diese Medikamente die AMHR2-Aktivität beeinflussen, da der Rezeptor empfindlich auf hormonelle Regulierung reagiert. Die 5α-Reduktasehemmer Finasterid und Dutasterid stellen eine andere Strategie dar. Diese Medikamente hemmen die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT), ein stärkeres Androgen. Durch die Senkung des DHT-Spiegels können sie indirekt die AMHR2-Aktivität beeinflussen, da DHT ein bedeutender Modulator der Androgenrezeptor-vermittelten Signalwege ist, die wiederum die AMHR2-Signalgebung beeinflussen können.
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| Produkt | CAS # | Katalog # | Menge | Preis | Referenzen | Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|---|
Flutamide | 13311-84-7 | sc-204757 sc-204757A sc-204757D sc-204757B sc-204757C | 1 g 5 g 25 g 500 g 1 kg | ¥530.00 ¥1760.00 ¥1929.00 ¥5923.00 ¥10616.00 | 4 | |
Flutamid wirkt als Androgenrezeptor-Antagonist und beeinflusst indirekt AMHR2 durch Modulation androgenabhängiger Signalwege. | ||||||
Bicalutamide | 90357-06-5 | sc-202976 sc-202976A | 100 mg 500 mg | ¥474.00 ¥1647.00 | 27 | |
Bicalutamid, ein Androgenrezeptor-Antagonist, kann die AMHR2-Aktivität indirekt durch seine Auswirkungen auf die androgenvermittelte Signalübertragung beeinflussen. | ||||||
MDV3100 | 915087-33-1 | sc-364354 sc-364354A | 5 mg 50 mg | ¥2764.00 ¥11857.00 | 7 | |
Enzalutamid, ein weiterer Androgenrezeptor-Antagonist, beeinflusst möglicherweise indirekt die AMHR2-Signalgebung, indem er androgenabhängige Signalwege moduliert. | ||||||
Ketoconazole | 65277-42-1 | sc-200496 sc-200496A | 50 mg 500 mg | ¥711.00 ¥2990.00 | 21 | |
Ketoconazol hemmt die Steroidsynthese und beeinflusst damit indirekt die AMHR2-Aktivität, indem es das hormonelle Milieu verändert, das die AMHR2-Signalübertragung beeinflusst. | ||||||
Abiraterone Acetate | 154229-18-2 | sc-207240 | 5 mg | ¥2606.00 | 1 | |
Abirateronacetat, ein CYP17-Inhibitor, wirkt sich indirekt auf AMHR2 aus, indem er die Androgensynthese verringert und so die androgenabhängigen AMHR2-Signalwege beeinflusst. | ||||||
Spironolactone | 52-01-7 | sc-204294 | 50 mg | ¥1230.00 | 3 | |
Spironolacton wirkt als Aldosteron-Antagonist mit antiandrogenen Eigenschaften und moduliert indirekt die AMHR2-Signalwege. | ||||||
Eplerenone | 107724-20-9 | sc-203943 sc-203943A | 10 mg 50 mg | ¥1241.00 ¥7040.00 | 4 | |
Eplerenon, ein selektiver Aldosteronblocker, kann die AMHR2-Aktivität indirekt durch seine Wirkung auf die Steroidhormonwege beeinflussen. | ||||||
Finasteride | 98319-26-7 | sc-203954 | 50 mg | ¥1185.00 | 3 | |
Finasterid, ein 5α-Reduktase-Hemmer, wirkt sich indirekt auf AMHR2 aus, indem er den Dihydrotestosteron-Spiegel verändert und so die mit AMHR2 verbundenen Signalwege moduliert. | ||||||
Dutasteride | 164656-23-9 | sc-207600 | 10 mg | ¥1884.00 | 2 | |
Dutasterid hemmt, ähnlich wie Finasterid, die 5α-Reduktase und wirkt sich indirekt auf die AMHR2-Signalgebung aus, indem es den Dihydrotestosteronspiegel moduliert. | ||||||
Cyproterone Acetate | 427-51-0 | sc-204703 sc-204703A | 100 mg 250 mg | ¥677.00 ¥2245.00 | 5 | |
Cyproteronacetat wirkt als Androgenrezeptor-Antagonist und Gestagen und beeinflusst AMHR2 indirekt durch Modulation der hormonellen Signalübertragung. | ||||||