Chemische Hemmstoffe des GABAA-Rρ2-Rezeptors können die normale Rezeptorfunktion durch verschiedene Wirkmechanismen stören. Picrotoxin beispielsweise hemmt den Rezeptor durch direkten Verschluss der Chloridkanalpore, die für die hemmende Wirkung des GABAA-Rezeptors wesentlich ist. Durch diese Blockade wird verhindert, dass Chloridionen in das Neuron fließen, was der üblichen hyperpolarisierenden Wirkung entgegenwirkt. In ähnlicher Weise wird die Hemmung von Tetracain durch die Bindung an die extrazelluläre Domäne des Rezeptors erreicht, die für die Öffnung des Kanals entscheidend ist, und verhindert so indirekt die Leitung von Chloridionen. Bicucullin hingegen konkurriert mit GABA um dieselbe Bindungsstelle am Rezeptor und verhindert so wirksam die Aktivierung des GABAA Rρ2 durch den Neurotransmitter. Dieser kompetitive Antagonismus verhindert, dass der natürliche Ligand die typische hemmende Reaktion auslöst.
Andere Inhibitoren wie Strychnin, die zwar eher mit Glycinrezeptoren in Verbindung gebracht werden, können an einer anderen Stelle nicht-kompetitiv an den GABAA-Rρ2-Rezeptor binden und so seine Funktion allosterisch behindern. Penicillin beeinträchtigt den Rezeptor durch unspezifische Bindung, was zu sterischer Behinderung und Konformationsänderungen in der Rezeptorstruktur führen kann, wodurch seine Funktionalität verringert wird. Es wird angenommen, dass Pentylentetrazol die GABA-induzierten Chloridströme antagonisiert, möglicherweise über eine allosterische Stelle, die die hemmende Wirkung von GABA abschwächt. Hohe Konzentrationen von Secobarbital können zu einer Desensibilisierung des Rezeptors führen, wodurch die Reaktionsfähigkeit des GABAA-Rρ2-Rezeptors auf GABA verringert wird, während Thujon den Rezeptor durch nicht-kompetitive Bindung an einer anderen Stelle als der GABA-Bindungsstelle hemmt und die Rezeptorkonfiguration verändert. Pertussis-Toxin (PTX) unterbricht die G-Protein-Signalübertragung, was verschiedene Aspekte der Rezeptorfunktion beeinflussen kann, während Ethanol in hohen Konzentrationen die Lipidumgebung des Rezeptors stören kann, wodurch seine Konformation und Funktion beeinflusst wird. Flumazenil wirkt als kompetitiver Antagonist an der Benzodiazepinstelle, einer allosterischen Stelle am Rezeptor, die die GABA-Aktivität moduliert. Schließlich bindet Dieldrin an den Rezeptor und stört den Chloridionenfluss, wodurch die hyperpolarisierende Wirkung, die normalerweise durch die Interaktion von GABA mit GABAA Rρ2 ausgelöst wird, verringert wird.
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| Produkt | CAS # | Katalog # | Menge | Preis | Referenzen | Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|---|
Picrotoxin | 124-87-8 | sc-202765 sc-202765A sc-202765B | 1 g 5 g 25 g | ¥756.00 ¥3227.00 ¥14960.00 | 11 | |
Picrotoxin hemmt GABAA Rρ2, indem es sich an die Pore des Rezeptorkanals bindet und die Chloridionenleitung blockiert, was die primäre hemmende Wirkung der GABAA-Rezeptoraktivierung ist. | ||||||
Tetracaine | 94-24-6 | sc-255645 sc-255645A sc-255645B sc-255645C sc-255645D sc-255645E | 5 g 25 g 100 g 500 g 1 kg 5 kg | ¥745.00 ¥3486.00 ¥5641.00 ¥11282.00 ¥16957.00 ¥56410.00 | ||
Tetracain hemmt GABAA Rρ2 durch Bindung an die extrazelluläre Domäne des Rezeptors und verhindert dadurch die für die Öffnung des Kanals erforderliche Konformationsänderung. | ||||||
(+)-Bicuculline | 485-49-4 | sc-202498 sc-202498A | 50 mg 250 mg | ¥925.00 ¥3170.00 | ||
Bicucullin hemmt GABAA Rρ2, indem es die Bindung von GABA selbst, dem natürlichen Liganden und primären Aktivator des Rezeptors, kompetitiv antagonisiert und so die Rezeptoraktivierung und den anschließenden Chlorideinstrom verhindert. | ||||||
Penicillin G sodium salt | 69-57-8 | sc-257971 sc-257971A sc-257971B sc-257971C sc-257971D | 1 mg 10 mg 1 g 5 g 100 g | ¥293.00 ¥417.00 ¥530.00 ¥1929.00 ¥2990.00 | 1 | |
Penicillin kann GABAA Rρ2 hemmen, indem es unspezifisch an den GABA-Rezeptor bindet, was zu einer Verringerung der Rezeptorfunktion durch sterische Hinderung und Veränderung der Rezeptorkonformation führt. | ||||||
Pentylenetetrazole | 54-95-5 | sc-203345 sc-203345A | 5 g 25 g | ¥530.00 ¥1117.00 | 2 | |
Pentylenetetrazol hemmt GABAA Rρ2, indem es den GABA-induzierten Chloridstrom antagonisiert, möglicherweise über eine allosterische Stelle am Rezeptor, wodurch die hemmende Wirkung von GABA auf die neuronale Erregbarkeit verringert wird. | ||||||
Flumazenil (Ro 15-1788) | 78755-81-4 | sc-200161 sc-200161A | 25 mg 100 mg | ¥1241.00 ¥4174.00 | 10 | |
Flumazenil hemmt GABAA Rρ2, indem es als kompetitiver Antagonist an der Benzodiazepin-Stelle des Rezeptors wirkt, die eine allosterische Stelle ist, die die GABA-erge Aktivität beeinflusst. | ||||||
Dieldrin | 60-57-1 | sc-239716 | 100 mg | ¥2155.00 | ||
Dieldrin hemmt GABAA Rρ2, indem es an den Rezeptor bindet und den Chloridionenfluss stört, was zu einer Verringerung des hyperpolarisierenden Effekts führt, den GABA normalerweise bei der Bindung an den Rezeptor auslöst. | ||||||